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Vorstand : Stellungnahme des Vorstandes zum Flüchtlingsthema

Hintergrundbericht zum Artikel in der Eckernförder Zeitung

Der TSV setzt sich bekanntermaßen seit Jahren für den Erhalt des Schulstandortes in Neudorf-Bornstein ein. Der Erhalt der Schule ist auch für die Existenz und Fortentwicklung des TSV von hoher Bedeutung.

Es ist auch der TSV gewesen, der bereits 2012 den damaligen Eilantrag der Elternschaft zur Errichtung einer Privatschule rückhaltlos unterstützt hat.

Daher sind wir sehr froh, dass wir mit der Privatschule Mittelholstein einen hervorragenden Schulträger, übrigens nicht nur mit einem sehr sportlichen Profil, hier in unserer Gemeinde haben.

Die Schule ist fester Bestandteil des örtlichen Lebens und unsere Zusammenarbeit mit der Schule klappt schlichtweg hervorragend. Wir stehen dabei sowohl mit den örtlichen Lehrkräften, als auch mit dem Schulleiter Michael Classen in ständigem Dialog. Wir sind glücklich darüber, wie sich die Schule entwickelt und hier im dörflichen Leben angekommen ist.

Mit großer Verwunderung haben wir daher die Pläne unseres Bürgermeisters zur Kenntnis genommen, dass man den einen noch freien Klassenraum als Notaufnahmeraum für Flüchtlinge nutzen möchte. Mit großer Verwunderung zum einen deshalb, weil weder mit uns, als Nutzer der Sporthalle und ebenfalls Beeinträchtigtem, sowie auch mit dem Betreiber der Schule im Vorwege überhaupt über dieses Thema diskutiert wurde. Es gab schlichtweg noch nicht einmal eine Information zu dem Thema. „Wir alle gemeinsam“, sieht da aus unserer Sicht doch etwas anders aus.

Zum anderen deshalb, weil es offensichtlich von Seiten des Bürgermeisters keinerlei Bedenken gibt, dass dadurch der Schulbetrieb beeinträchtigt werden könne. Eine Meinung, die so vom TSV Vorstand nicht geteilt wird!

Erste Gerüchte, dass Flüchtlinge in dem freien Klassenraum untergebracht werden sollen, wurden an den TSV Vorsitzenden Mitte November herangetragen, der sich dann gleich mit einer Nachfrage an den Bürgermeister dazu per E-Mail gewendet hat. Noch am Morgen des 18. November hieß es dazu aus Regierungskreisen, dass das nicht stimme, sondern der Raum nur für die Unterrichtung von Flüchtlingen genutzt werden solle. Das fanden wir gut. Gegen Mittag des gleichen Tages erhielt TSV Vorsitzender Helge Kühl vom Bürgermeister eine Mail in der die Pläne allerdings bestätigt wurden. Daraufhin führte er am selbigen Tag ein ca. 30 minütiges Telefonat mit dem Bürgermeister, indem er ihn davon zu überzeugen versuchte, doch gemeinsam nach anderen Lösungsmöglichkeiten, wie beispielsweise im Sportlerheim, zu suchen. Es solle doch alles getan werden, um den Schulbetrieb nach Möglichkeit in keiner Wiese zu beeinträchtigen.

Nachdem zwischenzeitlich, erneut aus Regierungskreisen, betont wurde, dass es doch eigentlich alles gar nicht so schlimm sei, weil wir hier, so wörtlich, erst auf Platz 27.000 im Amt stünden gab, es dann am Donnerstag, den 26.11 im Sportlerheim ein Treffen zwischen dem Bürgermeister und einem erweiterten achtköpfigen TSV-Vorstand. Alle anwesenden TSV-Ehrenamtlichen haben mehrfach versucht, den Bürgermeister davon zu überzeugen, dass wir sehr gerne dabei behilflich sind, Flüchtlinge in unserer Gemeinde zu integrieren. Weiterhin haben wir versucht, ihn davon zu überzeugen, dass wir schnellstmöglich eine Einwohnerversammlung zu der Thematik bräuchten, in der alle Bürgerinnen und Bürger gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen können, an welchen Orten und wie die Flüchtlinge am besten zu integrieren sei.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass er eine Einwohnerversammlung nicht so schnell einberufen könne. Der TSV Vorstand verwies dann darauf, dass es eigentlich nicht schwer sei, eine Einladung an alle Haushalte kurzfristig verteilen zu lassen. Der Bürgermeister verwies dann auf die damit aus seiner Sicht verbundenen die hohen Kosten und lehnte ab. Einige TSV‘ler boten daraufhin an, die Kosten hierfür zu übernehmen und für die Verteilung zu sorgen.

In dem Gespräch beharrte der Bürgermeister zunächst auf seinen Standpunkt, der Durchgangsraum im Obergeschoss der Schule sei geeignet und die Flüchtlinge könnten auch die Mensa nutzen. Auf Einwände, dass es sich um einen völlig ungeeigneten Raum (z.B. Trennung zum Klassenraum nur mit Schiebetür, Fluchttür muss offen blieben, Duschproblematik, Kochgelegenheiten in der Mensa nur durch Schule) handle, reagiert man ziemlich uneinsichtig. Auch den Hinweis, dass man möglicherwiese einen Konflikt auf den Rücken der Flüchtlinge betreibe, wurde so nicht gesehen.

Der TSV schlug vor, andere Alternativen von der uns gleich mehrere einfielen, zu prüfen und bezog natürlich auch das eigene Vereinsheim in die Überlegungen mit ein. Das Vereinsheim lässt sich teilweise vergleichsweise schnell als Unterkunft herrichten (Ausbau DG). Hier könne Integration auch gut gelingen. Der TSV schafft noch den Posten eines Integrationsbeauftragten um eben selbige voranzutreiben.

Der Bürgermeister betonte in dem Gespräch, dass es sich keinesfalls um eine einmalige Notunterkunft für ein paar Tage oder ein Wochenende handle, sondern dass dieser Raum zunächst dauerhaft dafür zur Verfügung gestellt würde. Er wisse nicht, wann wie viele Flüchtlinge kämen und wie lange sie blieben. Er wisse nur, dass wir vermutlich die Nächsten seien, die welche aufnehmen müssen, da die Mensanutzung ziemlich einzigartig wäre. Dann könne sein, dass hier fortlaufend immer wieder andere Flüchtlinge kämen.
Nachdem der Bürgermeister sich dann einige Anmerkungen notiert hatte, wurde die Idee entwickelt, dass doch der freie Klassenraum an die Privatschule, zu einem verringertem Entgeld, vermietet werden könne. Hier könne sie dann zusammen mit anderen Vereinen und Verbänden und engagierten Bürgern Unterricht, eben für die Flüchtlinge, anbieten. Gegen Ende des Gespräches baten alle TSV Verantwortlichen den Bürgermeister erneut mit Nachdruck eine Einwohnerversammlung rasch einzuberufen.

Leider haben wir bis heute keine Antwort auf unsere Bitten erhalten. Die Eckernförder Nachrichten hat wohl Wind von der Sache bekommen und Helge Kühl um ein Interview gebeten. Der TSV Vorsitzende wollte sich nicht allein zu dem Thema äußern. Daher trafen sich am vergangenen Freitag mehrere Personen und Vertreter anderer Organisationen, sowie der Geschäftsführer der Privatschule zu einem gemeinsamen Pressegespräch.

Es soll aus Sicht des TSV Vorstandes daher in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck erweckt werden, dass hier alleine der Vorsitzende und der TSV handelt. Dieses Thema geht uns alle an. Alle am Gespräch Beteiligen betonten ihre Hilfsbereitschaft, wollen Flüchtlinge integrieren, halten jedoch die aktuellen Pläne des Bürgermeisters für Harakiri.

Oberstes Ziel kann nur die Integration sein, dies gelingt aber nicht durch die Errichtung einer Notunterkunft, in einer Schule! Dies führt nur zu Spannungen, welche auf dem Rücken der Neuankömmlinge ausgetragen werden.

Deshalb auch der gemeinsame Ruf nach einer raschen Einwohnerversammlung. Nicht nur die TSV’er, sondern alle Bürgerinnen und Bürger können und sollten sich zu diesem Thema Gedanken machen.

Wir sind eine tolle Gemeinde mit hervorragenden Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen und gemeinsam schaffen wir das.