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Fussball : D1 verliert irres Duell gegen Fockbek mit 4:5

Ein Spiel fürs Fockbeker Geschichtsbuch

Dieses Spiel werden wohl beide Teams nicht so schnell vergessen. Das letzte Spiel der Quali-Runde zur D-Jugend-Verbandsliga bestritten die TSV'ler gegen den FC Fockbek. Die Vorzeichen waren klar verteilt: Für den TSV ging es um nichts mehr, der FC musste gewinnen, um noch als Dritter den Aufstieg zu schaffen. Was dann aber passierte, ist kaum zu beschreiben.

Doch der Reihe nach: TSV-Trainer Helge Kühl musste in diesem Spieler erneut auf einige Kräfte verzichten. Bene Wohlgemuth nach wie vor verletzt, Kapitän Felix Beirow beim Leichtathletik-Endkampf in Hamburg, Auswahlspieler Richard Arndt auf Hawaii und Fynn Jacobsen hütete bei der D2 im Parallelspiel gegen Fockbek 2 (Endstand 0:9) das Tor.

Nun zum Spiel mit zwei völlig verkehrten Halbzeiten. In Halbzeit eins übernahmen die Neudorfer von Beginn an das Kommando und spielten Fußball wie von einem anderen Stern. Die Abwehr um Luca Vogel, Julius Hohnholz und Mittelmann Leon Kühl stand absolut hervorragend, gewann gefühlte 100% der Zweikämpfe und ließ keine einzige Chance der Fockbeker zu. Nach vorne ging die Post ab: Tolle, teils Traumkombinationen, brachten die Fockbeker in zahlreiche Verlegenheiten. Kein Wunder daher die ersten drei Neudorfer Tore. Zunächst nutzte Christoper Prall ein glänzendes Anspiel von Ben Janßen zum 1:0, dann bediente Jansen Kimo Heik mustergültig, der den Torwart gekonnt umspielte und zum 2:0 einschoss. Das 3:0 war Niklas Lundius vorbehalten, der in gewohnter Weise einige Gegenspieler mit seinen kurzen Haken aussteigen ließ und aus 11 Meter unhaltbar für den Fockbeker Torwart einschoss. Auch danach spielten die Neudorfer munter weiter und vergaben einige gute, darunter zwei hundertprozentige, Chancen. Bei einer standen Jansen und Prall alleine vorm leeren Tor, doch unser Toptorjäger Jansen wollte Kumpel Prall das Tor gönnen, der allerdings war vom Pass doch arg überrascht, so dass die Chance vergeben wurde.

So ging es nach dieser sensationellen Halbzeit verdient mit 3:0 in die Kabinen. Dort erinnert Kühl an ein Spiel vor zwei Jahren, bei der man zur Halbzeit in Fockbek mit 4:1 führte, dann aber in den letzten Sekunden noch den 4:4 Ausgleich hinnehmen musste.

Es sollte aber noch dramatischer werden: Bereits 3 Minuten nach der Pause gelang den nun mit breiter Brust aufspielenden Fockbekern der Anschlusstreffer, weitere 2 Minuten später waren sie erneut zur Stelle und verkürzten auf 2:3. Erst danach waren die Neudorfer wieder wach und kamen nun besser ins Spiel. Ein weiterer schneller Konter der Gäste brachte dann den Ausgleich und sogar die 4:3 Führung. Kaum geschehen, war es Ben Jansen, der mit einem Traumtor zum 4:4 ausglich. Kurz hinter der Mittelline auf der rechten Außenbahn schoss er einen Freistoß mit voller Wucht gekonnt in den linken Winkel des Fockbeker Gehäuses. So ein Tor sieht man auch nicht alle Tage. Damit aber noch nicht genug. Gut 3 Minuten vor Schluss gelang den Fockbekern dann doch noch der Siegtreffer.

"Was sind das immer für super Spiele gegen Fockbek. Vor 2 Jahren das sagenhafte 4:4. Im letzten Jahr gewinnen wir im Rausch spielend zu Hause 9:0, verlieren dort aber im letzten Punktspiel mit 7:4 den fast sicheren Kreismeistertitel und nun dieses 5:4, das alle anderen Spiele in den Schatten stellt. Großen Glückwunsch an die Fockbeker. Wer so ein Spiel noch dreht, hat den Aufstieg auch verdient. Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. Wir hätten vielleicht das 4:0 machen müssen oder aber die beiden ersten Tore in Hälfte zwei nicht so schnell kassieren dürfen. Dann wäre das Spiel mit Sicherheit auch anders ausgegangen. Aber: Wir sind hier mit einer komplett jungen Truppe angetreten. Wir hatten nur Norman Schönnagel als einzigen 2000'er dabei, der aufgrund Trainingsrückstandes nur wenige Minuten gespielt hat. Jetzt wollen wir in der Kreisliga eine gute Rolle spielen und uns weiter verbessern. Den Jungs wäre nach den vielen guten Spielen mal wieder ein Erfolgserlebnis zu gönnen. Eigentlich hatten wir nur gegen den ESV und Osterrönfeld keine Chance. Alle anderen Spiele hätten wir durchaus gewinnen können, wenn nicht sogar müssen," so TSV-Trainer Helge Kühl nach dem Spiel.

Tor: Mika Marxen
Feld: Luca Vogel, Leon Kühl, Julius Hohnholz, Kimo Heik, Moritz Möller, Niklas Lundius, Christopher Prall, Ben Jansen, Jonas Arp und Norman Schönnagel.